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Samstag, 30. Mai 2026

Erziehung: Deutschland tritt permanent gegen seine Kinder an

Deutschland steht nicht nur bei der Betreuung von Menschen mit Behinderung schlecht da, sondern auch bei der Unterstützung von Kindern, wie eine aktuelle Studie von UNICEF zeigt. 

Deutschland wieder weit abgeschlagen

Ralf Paul beklagt in der TAZ, dass Deutschland wieder mal weit abgeschlagen ist. Bei einer Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef in 37 Industriestaaten landete Deutschland auf Platz 25. Eklatant ist der Einfluss des Einkommens: Kinder aus wohlhabenden Familien schneiden doppelt so gut ab: Mit jedem Tausender mehr auf dem Konto steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dein Kind aufs Gymnasium geht. Ein Grund dafür ist die frühe Trennung der Kinder: Am besten schneiden darin die Niederlande und Dänemark ab: Länder, die auf eine acht- beziehungsweise neunjährige Volksschule setzen.

Protest aus bürgerlichen Reihen

Seit Hamburg 2010 mit einer Reform am Widerstand des bürgerlichen Lagers scheiterte, doktern die Bildungsministerien an verschiedenen Stellen rum: verbindliche Sprachtest, im Kitaalter, ein verpflichtendes Vorschuljahr oder mehr Geld für Brennpunktschulen. Der Autor glaubt nicht, dass das ausreicht, da die Benachteiligung schon vorher beginnt: Die Rückstände, mit denen benachteiligte Kinder in die 1. Klasse starten, können Grundschulen nicht abbauen. Jedenfalls nicht in vier Jahren.

Deutschland tritt permanent gegen seine Kinder an 

Meridith Haaf kritisiert in der Süddeutschen Zeitung die Ergebnisse: Deutschland ist in vielen Dingen ein gutes Land, für Kinder allerdings ein ziemlich mittelmäßiges Land - und es wird darin seit Jahren immer schlechter. Sie verweist auf die die Kinderarmutsquote von 15 %, die nicht nur weniger Wissen und Fähigkeiten erlangen, sondern auch psychisch und körperlich in besonders schlechter Verfassung.

Jugendliche haben keine Priorität

Runtergerockte Schulen, ausgedünnte Sportvereine, minimal ausgestatte Musikschulen – junge Menschen haben keine Priorität. Die Autorin warnt: „Was heute fehlt an Zuwendung und Sozialisation, an Bewegung und Ernährung, an Wissen und Fähigkeiten, das fehlt morgen, wenn aus den Kindern Erwachsene geworden sind“. Wäre die deutsche Gesellschaft eine Familie würden die rechen Großeltern in einem großen Haus wohnen, das halbwegs funktioniert, aber nie modernisiert wurden – soll sich doch die nächste Genreration darum kümmern. Dabei hat Deutschland jahrzehntelang immerhin in den Aufstieg, also eine sozial- und bildungsgerechte Gesellschaft investiert.

Stagnations- und Abstiegsgesellschaft 

Inzwischen ist Deutschland eine Stagnations- und Abstiegsgesellschaft . die soziale Ungleichheit verschärft sich. Während die Rüstungsausgaben steigen, wird an der Jugend- und Sozialarbeit drastisch gekürzt. Viele können mit einem normalen Gehalt kaum mehr leben oder angemessen wohnen – das wirkt sich auf die Kinder auf. Die Autorin fordert deshalb wieder Kraft und Geld in die Chancengleichheit zu stecken – angefangen mit der Bildung. Damit würde man nicht nur das Kindeswohl steigern, sondern auch die Performance. 

Montag, 11. Mai 2026

Willkommen im Abseits

Heike Buchter schreibt in der ZEIT über die Fußball-WM in Nordamerika. Es sollte Amerikas große Party werden, stattdessen schrecken horrende Ticketpreise und verschärfte Grenzkontrollen die Welt ab.

Der Andrang ist überschaubar 

Hoteliers und Stadien hatten sich deutlich mehr versprochen. Mit Ausnahme der Topspiele sind bei vielen der 104 Spielen noch Karten erhältlich. Auch das Hotelgewerbe klagt und hat sich deutlich mehr erwartet. Die FIFA hatte viel versprochen: 30 Mrd. Dollar an zusätzlicher Wirtschaftsleistung, viele neue Jobs, drei Millionen Gäste aus dem Ausland. 

Trump-Regierung schreckt ab

Bereits in Katar gab es Probleme wegen Menschenrechtsverletzungen. Die Politik von Trump schreckt ebenfalls ab. US-Grenzbeamte untersuchen Mobiltelefone von Einreisenden – auch von Touristen, die kein Visum aber eine elektronische Einreisegenehmigung brauchen. Es gibt Pläne, dass sogar Einträge auf Plattformen in den letzten Jahren durchleuchtet werden könnten. Aus einigen Ländern wie Haiti und Iran dürfen die Menschen erst gar nicht einreisen oder müssen eine hohe Kaution zahlen. 

Ärgernis variable Ticketpreise 

Ein weiteres Ärgernis sind die Ticketpreise. Bei hoher Nachfrage können die Preise enorm steigen – bis zu 11.000 Dollar im Finale. Selbst Fans, die zuvor Tickets reserviert haben, können von diesen enormen Preissteigerungen betroffen sein. Für viele Spiele gibt es jedoch nicht genügend Interessenten - ökonomisch wird es zwei WMs geben - die eher enttäuschenden Ausscheidungsrunden im Juni und die den hohen Erwartungen gerecht werdenden Spiele im Juli.«

Die WM der oberen zehn Prozent 

Die hohen Ticketpreise, die verschärften Einreiseregeln, die intransparente Vergabe – all das führe dazu, dass auf den Tribünen ein bestimmtes Publikum sitze -  wohlhabend, gut vernetzt, mit dem richtigen Pass. Die WM 2026 wird die WM der oberen zehn Prozent.“