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Dienstag, 25. August 2026

Kulturkampf im Volksbad

Schon die Idee eines „Volksbads“ vor der Berliner Volksbühne sorgte für Furore, die Reservierung für einen Verein, der mit schwarzen Jugendlichen arbeitet, sorgte dann für einen Kulturkampf. Während Peter Lauterbach die Reaktionen von rechter Seite kritisiert, argumentiert Jens Balzer, dass der Intendant Lilienthal die Folgen bewusst einkalkuliert hat. 

"Volksbad" vor der Berliner Volksbühne: Kulturkampf im Wasser

Peter Laudenbach kritisiert in der Süddeutschen Zeitung  den Kulturkampf im Wasser, der sich durch das Volksbad vor der Berliner Volksmühle ergeben haben. 

Ein Bad sorgt für Abkühlung – und Aufmerksamkeit 

Es gehört nicht unbedingt zu den Kernaufgaben eines Theaters zählt, hatte das Volkstheater mit einem kleinen Swimmingpool vor den Türen für Aufsehen gesorgt. Eine Onlineanmeldung genügt, um der Hitze der Stadt für einige Minuten zu entkommen. Wie andere Bäder ihre Becken zeitweise nur für Vereinsschwimmer öffnen; so, wie es überall Badezeiten gibt, die zum Beispiel Frauen oder Rentnern vorbehalten sind – so wollte die Volksbühne den Verein „Each One Teach One“ für einen Nachmittag in ihr Volksbad einladen, und nur ihn. Der Berliner Verein arbeitet mit schwarzen Kindern und Jugendlichen.

Zielobjekt des rechten Kulturkampfs 

Durch diese Einladung wurde die Volksbühne zum Hassobjekt. Das rechte Portal Nius, die Bildzeitung und die AfD überboten sich mit Vorwürfen, von Rassismus gegen die weiße Mehrheitsgesellschaft war die Rede. Henryk M. Broder fühlte sich von der Bade- und Einlass-Ordnung der Volksbühne im Sparten-Kanal Welt TV gar an die Nürnberger Rassengesetze erinnert, also an das juristische Vorspiel des Völkermords an den europäischen Juden. Kleiner ging es wohl nicht. 

Die Volksbühne ist überfordert 

Der Autor argumentiert, dass die Volksbühne und ihr Intendant Matthias Lilienthal überfordert waren und nicht mit der Aufregung rechnen konnten. Die Absage folgte Triumphgeheul von Akteuren wie Ulf Poschart, die Reaktion des Volksbades war mit einem „Fickt euch“-Plakat ebenso heftig. Der Intendant Lilienthal befürchtet, dass er „auf dem Feindbild-Radar“ der Rechten bleibt. 

Berliner Volksbad: Was für ein genialer Move!

In der ZEIT beschreibt Jens Balzer Lilienthal als den großen Gewinner. Die Volksbühne war fast erledigt, jetzt ist es durch das Volksbad zurück in den Medien. 

Genialer Move – ein Tag für die Schwarze Community 

Anders als Leutenbach glaubt Balzer nicht, dass Lilienthal überrascht war, er bezeichnet es als nächsten genialen Move. Er musste wissen, dass auf den Shitstorm der Gegen-Shitstorm folgt und letztlich die Ansicht bestätigt wird, dass alle Weißen irgendwie rassistisch sind.

Gruppen-Sonderbehandlungen beibehalten 

Der sicher nicht ernst gemeinte Rat des Autors lautet die Gruppensonderbehandlung beizubehalten – z.B. für Ostdeutsche - Christoph Schlingensief jedenfalls wäre entzückt.

Kulturkampf als Thema in meinen Seminaren 

In meinen Seminaren zur Gesellschaft biete ich ein Seminar mit dem Titel "Über (Anti-)Wokeness, Abtreibung und Gendern – ein Kulturkampf?"