In der Süddeutschen Zeitung stellt Yannik Yeşilgöz die Ergebnisse verschiedener Studien über die Generation Z vor: Sie sind zuversichtlicher als erwartet.
Viele Zuschreibungen
Seit die Generation Z (geboren zwischen 1995 und 2010) wählen darf, wurden ihr viele Befindlichkeiten zu geschrieben. Erst war sie zu grün, dann zu rechts, dann von den sozialen Medien verwirrt. Wenig überraschend kommt die Trendstudie der Universität Konstanz zum Ergebnis, dass es die eine Jugend gar nicht gibt. Es gibt auch unter jungen Menschen antidemokratische Strömungen – aber nicht mehr als bei älteren Generationen.
Die Unzufriedenheit gilt nicht der Demokratie als Staatsform
Ein ähnliches Bild zeigt die Studie „Demokratie braucht Zukunft“ der Bertelsmann-Stiftung. Jungen Menschen sind etwas optimistischer über die Zukunft und weniger unzufrieden mit der Demokratie als ältere Jahrgänge. Die Unzufriedenheit gilt auch eher der Leistungsfähigkeit demokratischer Institutionen, weniger der Demokratie an sich. Geringere Zufriedenheit bedeutet noch keine Krise, zudem sind die Erwartungen heute höher.
Junge Menschen erwarten keinen höheren Wohlstand mehr
Pessimistisch sind jungen Leuten Bezug auf gesellschaftliche Themen. Bei dem sozialen Zusammenhalt, politischen Verhältnissen und wirtschaftlicher Entwicklung glauben die Jungen nicht an Besserung. Dennoch ist laut Shell-Jugendstudie die Zuversicht unter jungen Menschen gestiegen, ihre beruflichen Wünsche zu verwirklichen (von 66 auf 84 Prozent). Dank junger Menschen sind die Mitgliederzahlen von Parteien und Gewerkschaften gestiegen.
Junge Menschen erwarten Unterstützung bei drängenden Themen: bezahlbarer Wohnraum, finanzielle Unterstützung und psychische Gesundheit. Kürzungen in diesem Bereich sehen sie verständlicherweise kritisch.
Grundlegende Konflikte zwischen Geschlecht, formaler Bildung und Wohnort
In einer von der Friedrich-Ebert-Stiftung geförderten Studie wird deutlich, dass die großen gesellschaftlichen Konfliktlinie nicht zwischen Jung und Alt liegen: Bei Themen wie Migration, Klimaschutz und gesellschaftlichen Gleichstellungsmaßnahmen gibt es eine große Lücke zwischen formal gebildeten Frauen aus Großstädten und der männlichen Arbeiterschicht auf dem Land.
Viele jungen Menschen bleiben optimistisch: Die großen Weltproleme lassen sich nicht von heute auf morgen lösen, aber Probleme können sich Schritt für Schritt in die richtige Richtung lenken lassen.